t. Richtlöhne und Richthonorare

Die von t. Theaterschaffen Schweiz herausgegebenen Richtlöhne und Richthonorare dienen berufstätigen Personen in den Freien Darstellenden Künsten als Lohn- und Honorarkompass. Damit lassen sich ein angemessener Verdienst für ihre Arbeit berechnen sowie transparent und nachvollziehbar Lohn- oder Honorarverhandlungen führen.

Für die Weiterentwicklung der Richtlöhne und Richthonorare setzte t. Theaterschaffen Schweiz eine Arbeitsgruppe ein, die Ende 2021 ihre Tätigkeit aufnahm. In einer breiten Vernehmlassung bezog sie verschiedenste Akteurinnen und Akteure des Sektors aus allen Landesteilen in die Erarbeitung der Werkzeuge und in die Eruierung der Richtwerte mit ein.

Im Zuge der weiterentwickelten Richtlöhne und Richthonorare möchte t. Theaterschaffen Schweiz Profis auf und hinter der Bühne sowie die Interessensgruppen ermutigen, stärker in den Diskurs über Löhne und Honorare zu treten. Noch immer wird sowohl in den Freien Darstellenden Künsten als auch in der Kultur zu wenig über Geld geredet. Die t. Richtlöhne und Richthonorare schaffen hierbei mehr Transparenz und möchten die Verhandlungskultur fördern.

Woraus besteht dieses Tool?

Unter www.tpunkt.ch/richtloehne stehen zwei neu geschaffene Werkzeuge zur Verfügung, die auf die speziellen Arbeitsrealitäten in den Freien Darstellenden Künsten abgestimmt sind:

Tags

#verhandlung
#fairelöhne
#geld
#budget
#fairepraxis
#verträge

Was kann dieses Tool?

Mit dem t. Rechner können freischaffende und selbstständig erwerbende Personen ihren Lohn oder ihr Honorar für die Entwicklungs- und Probenphase ausrechnen. Einbezogen werden dabei neu Abstufungen wie z. B. die Arbeitserfahrung, der Verantwortungsgrad im Projekt und die Arbeitsregion.

Mit dem t. Budget kann der Richtpreis einer Aufführung sowie die Amortisationskosten pro Aufführung berechnet werden.

Warum braucht es dieses Tool?

Berufstätige Personen der Freien Theaterszene, der Kleinkunst und weiteren Sparten der Freien Darstellenden Künste haben aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer Professionalität ein Recht auf faire Entlöhnung.

t. bietet hiermit das erste nationale Berechnungstool für mehr Transparenz und Verhandlungskultur im gesamten Sektor.

Für wen ist dieses Tool?

Es dient Einzelkünstlerinnen und -künstlern, Theatergruppen, Agenturen, Veranstaltenden, Theaterhäusern sowie privaten und öffentlichen Förderstellen als Orientierungshilfe.

Kontakt

t. Thaterschaffen Schweiz
www.tpunkt.ch

info@tpunkt.ch

Impressum

Arbeitsgruppe t. Richtlöhne und Richthonorare

  • Cristina Galbiati, Co-Präsidentin t. Theaterschaffen Schweiz
  • Eric Devanthéry, Vorstandsmitglied t. Theaterschaffen Schweiz
  • Nina Mariel Kohler, Vorstandsmitglied t. Theaterschaffen Schweiz
  • Christophe Drag, Adminstrativer Leiter Cie Philippe Saire
  • Gabi Bernetta, Produzentin, Bernetta Theaterproduktionen, Gewinnerin Schweizer Theaterpreis 2018
  • Anja Lauper, Agentin Kunstprojekte.ch / Tourbo-music.ch
  • Judith Rohrbach, ehem. Co-Leiterin Kleintheater Luzern / seit Oktober 2023 Leiterin Schweizer Künstlerbörse und Stv. Leitung t. Theaterschaffen Schweiz

Projektleitung Geschäftsstelle t.

  • Chantal Hirschi, Geschäftsleiterin t. Theaterschaffen Schweiz
  • Clara Gudehus, Verantwortliche Dienstleistungen und Projekte

Unterstützt von m2act /Migros-Kulturprozent, Swisslos Kultur Kanton Bern, Schweizerische Interpretenstiftung, Bundesamt für Kultur

Tatenbank

Die schweizweit zentrale Aktionsplattform für eine nachhaltigere Kultur

Die Tatenbank ist ein Projekt von Vert le Futur, dem Verband für eine nachhaltige Kultur- und Veranstaltungsbranche. Die Plattform sammelt Wissen aus der Kulturbranche zu nachhaltigem Produzieren und Organisieren von kulturellen Veranstaltungen. Die Inhalte werden von einem interdisziplinären Team von Menschen an der Schnittstelle von Kultur und Nachhaltigkeit recherchiert und kuratiert: Kulturschaffende, Autor*innen, Software-Entwickler*innen, Kommunikationsspezialist*innen, Grafiker*innen und Vernetzungskünstler*innen bauen die Tatenbank stetig aus und entwickeln sie weiter.

Woraus besteht die Tatenbank?

Die Tatenbank sammelt kondensiertes und fachlich geprüftes Wissen, konkrete Hilfsmittel und Tools sowie inspirierende Beispiele für nachhaltiges Arbeiten in allen Bereichen des Kulturschaffens:

  • Administration
  • Ausstattung
  • Einkäufe
  • Gastronomie
  • Infrastruktur
  • Kommunikation
  • Kuration
  • künstlerische Inhalte

Tags

#tatenbank
#vertlefutur
#tools
#inspirationen
#ideen
#beispiele
#nachhaltigekultur

Was bietet die Tatenbank?

  • Informationen: Die Tatenbank bietet Wissen, Inspiration und Orientierung.
  • Community: Kulturschaffende finden hier niederschwelligen Zugang zu Ressourcen und einem Netzwerk an Expert*innen. Sie werden dazu befähigt, konkret aktiv zu werden, um ihre Aktivitäten ressourcenschonend und nachhaltig zu gestalten.
  • Teilhabe: Nutzer*innen können zudem mitwirken und eigene «Taten» im Bereich nachhaltigen Kulturschaffens einbringen. Die Tatenbank wird damit um Erfahrungen aus der Community laufend ergänzt.

Warum braucht es die Tatenbank?

Damit Nachhaltigkeit im Kulturalltag nicht unter den Tisch fällt, braucht es nützliche Hilfsmittel, Wissen und vor allem auch gute Beispiele.

Es braucht Zeit, diese Informationen zu sammeln, zu studieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Mit der Tatenbank schliesst der Verband Vert le Futur diese Lücke.

Für wen ist die Tatenbank?

Die Tatenbank richtet sich an Kulturschaffende aus allen Genres, die sich in ihrem jeweiligen Arbeits- und Wirkungsbereich für eine nachhaltige Kultur engagieren wollen.

Alle Inhalte stehen auf Deutsch und Französisch zur Verfügung.

Impressum

Vert le Futur
vertlefutur.ch

Kontakt
tatenbank@vertlefutur.ch

Values of Solidarity

Ein Mediationsspiel für Teambildung und kulturelle Ko-Kreation

«Values of Solidarity» ist ein Workshop-Tool, das zugleich Spiel und Vermittlungsinstrument für Teams ist, die am Beginn einer Zusammenarbeit stehen. Mit Hilfe der Karten können Teilnehmende beschreiben, welche Werte ihnen wichtig sind und erfahren, welche Werte ihre Partner*innen antreiben. Auf diese Weise lernt sich eine Projekt- oder Arbeitsgruppe näher kennen und es werden Werte, Erfahrungen und Bedürfnisse geteilt, die sonst vielleicht nicht ausgesprochen würden. Die Diskussionen, die sich aus dem Spiel ergeben, fördern eine kollaborative Kommunikation und schaffen ein solidarisches und nachhaltiges Arbeitsumfeld, das die kulturelle, intellektuelle und emotionale Vielfalt der Teilnehmenden widerspiegelt.

Woraus besteht dieses Tool?

«Values of Solidarity» ist ein Kartenset in englischer Sprache. Das Spiel enthält zwei Arten von Karten:

«Value»-Karten enthalten Beschreibungen von Werten, die für eine solidarische Zusammenarbeit wichtig sein können wie z.B.:

  • Ehrlichkeit
  • Motivation
  • Respekt
  • Gesundheit
  • etc.

«Conflict»-Karten enthalten fiktive Szenarien, in denen schlechte Kommunikation und kulturelle Unterschiede zu Spannungen und Konflikten führen, die es zu überwinden gilt.

Tags

#community
#care
#werte
#solidarität
#kollaboration
#faire praxis
#gewaltfreiekommunikation
#reshapenetwork
#valuesofsolidarity

Warum braucht es dieses Kartenset?

In Arbeitsgruppen und Kooperationen kann es zu Konflikten kommen, wenn die Wertvorstellungen der Mitglieder sehr unterschiedlich sind oder die einen die Rechte der anderen nicht anerkennen.

Im Spiel befassen sich Teams mit fiktiven Konfliktsituationen und die Teammitglieder können ihre eigenen Werte formulieren. Ziel ist es, dass jedes Team seinen eigenen Werterahmen formuliert.

Die Solidarität in der Gruppe wird dadurch gefördert.

Für wen ist dieses Tool?

Das Tool wurde speziell für Teams entwickelt, die sich am Anfang ihrer Zusammenarbeit befinden. Es adressiert sich vor allem an Projektteams aus Kunst und Kultur, ist aber auch für andere Sektoren relevant.

Was kann dieses Kartenset?

«Values of Solidarity» bietet Inspiration sowie die Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie ein Team mögliche Konflikte bewältigen will.

Das Spiel versetzt die Teilnehmenden gemeinsam in Konfliktszenarien. Somit können sie die oft unsichtbaren und undurchsichtigen Mechanismen erkennen, die Spannungen und Schwierigkeiten verursachen. Gleichzeitig können die Teilnehmenden die notwendigen Methoden finden, um Spannungen abzubauen, besonders wenn unterschiedliche Hintergründe aufeinandertreffen.

Dieses Spiel kann bei jeder Person das Bewusstsein dafür stärken, dass Solidarität einen ganz praktischen und operativen Rahmen für Kollaboration bietet.

Herunterladen

Mehr Informationen auf der Webseite von Reshape Network:

The Gamified Workshop Toolkit: Values of Solidarity

Auszug auf Englisch herunterladen

Kartenset bestellen

Das Kartenset kann bei RESO – Tanznetzwerk Schweiz für CHF 15.– plus Versandkosten bestellt werden.

Interessierte können sich per E-Mail bei RESO melden: info@reso.ch

Impressum

2020, RESHAPE Network

reshape.network

Verfasst von Anikó Rácz, Doreen Toutikian und Dorota Ogrodzka mit Beratung durch Konrad Gadzina.

Entwickelt im Rahmen des RESHAPE-Projekts «Solidarische Ökonomien», an dem Ouafa Belgacem, Ekmel Ertan, Harald Geisler, Anastasya Kizilova, Dorota Ogrodzka, Anikó Rácz, Laure de Selys und Doreen Toutikian unter der Leitung von Nike Jonah beteiligt waren.

Die Neuauflage von «Values of Solidarity» in 2022 wurde von Reso – Tanznetzwerk Schweiz und m2act, das Förder- und Netzwerkprojekt des Migros-Kulturprozent, finanziert.

Green Guide for cultural organisations

reflector unterstützt Kul­tur­be­trie­be und Kulturschaffende dabei, ihren öko­lo­gi­schen Fus­s­ab­druck zu re­du­zie­ren und eine zu­kunfts­o­ri­en­tier­te, le­ben­di­ge Kul­tur­sze­ne zu gestalten.

Mit dem Green Guide for cultural organisations  stellt reflector eine Anleitung für die rasche Umsetzung ökologischer Massnahmen zur Verfügung.

re­flec­tor wird ge­för­dert durch m2act, das För­der- und Netz­werk­pro­jekt des Mi­gros-Kul­tur­pro­zent für die Dar­stel­len­den Küns­te, in Zu­sam­me­n­a­r­beit mit dem Mi­gros-Pio­nier­fonds.

Woraus besteht dieses Tool?

Der Green Guide besteht aus mehreren the­men­be­zo­ge­nen Leit­fä­den mit kon­kre­ten Mass­nah­men, die dabei hel­fen, mög­lichst schnell in Ak­ti­on zu tre­ten. Jeder Leit­fa­den kann un­ab­hän­gig von den an­de­ren und in be­lie­bi­ger Rei­hen­fol­ge an­ge­wandt wer­den.

Tags

#reflector
#greenguide
#howto
#nachhaltigkeit
#nachhaltigestheater
#greenculture

Was kann dieses Tool?

Der Green Guide gibt An­re­gun­gen für wirk­sa­me und sinn­vol­le Mass­nah­men in den fol­gen­den Be­rei­chen:

  • Mo­bi­li­tät
  • Pro­duk­ti­on
  • Technik
  • Verpflegung
  • Ener­gie
  • Kom­mu­ni­ka­ti­on

In­ner­halb jedes Leitfadens gibt es je­weils meh­re­re vor­ge­schla­ge­ne Mass­nah­men, die einzeln ausgewählt werden können. So ergibt sich ein indi­vi­du­el­ler Ak­ti­ons­plan, der als PDF heruntergeladen werden kann.

Warum braucht es dieses Tool?

Nachhaltigkeit in den Betriebsalltag zu integrieren ist nicht immer einfach. Der Green Guide erleichtert den Einstieg ins Thema, hilft Ziele festzulegen und die passenden Mass­nah­men umzusetzen.

Für wen ist dieses Tool?

Der Green Guide be­glei­tet kulturelle Institutionen und Kulturschaffende auf ihrem Weg zu einer nach­hal­ti­gen Pra­xis. Die Leitfäden wur­den ge­mein­sam mit Kulturbetrieben und Nachhaltigkeitsexpert*innen ent­wi­ckelt.

Impact Guide

Der Impact Guide ist eine Schritt-für-Schritt Anleitung, die Projektteams dabei unterstützt, ihr Projekt möglichst wirkungsvoll aufzusetzen.

Er hilft Akteur*innen, die in den Darstellenden Künsten zu einem Strukturwandel beitragen wollen, ihre Annahmen zu überprüfen und herauszufinden, ob die geplanten Aktivitäten und Angebote bei der Zielgruppe tatsächlich die gewünschte Verhaltensänderung bewirken.

Der Impact Guide basiert auf der Theory of Change und wurde vom Migros-Pionierfonds gemeinsam mit Policy Analytics entwickelt.

Warum braucht es dieses Tool?

Projekte, die einen gesellschaftlichen Wandel anstreben, bieten Aktivitäten an, die beim Zielpublikum eine Verhaltensänderung auslösen sollen, die ohne das Projektangebot nicht stattfinden würde. Die Wirkung des Projekts misst sich an dieser Verhaltensänderung.

Für die wirkungsvolle Konzipierung eines Projekts hilft es, das Projekt von hinten aufzurollen und seine Wirkungskette genauer zu kennen.

Dafür stellt der Impact Guide folgende Fragen:

  • Welche systemische Veränderung streben wir an?
  • Wer muss sein Verhalten wie ändern, um dieser systemischen Veränderung näher zu kommen?
  • Welches Angebot kann unser Projekt machen, um zu dieser Verhaltensänderung beizutragen?
  • Welche Annahmen stecken hinter dem Zusammenhang zwischen Angebot und Verhaltensänderung – und sind diese plausibel?

Tags

#impact
#wirkungsorientierung
#theory of change
#systemische veränderung
#input output outcome
#wirkungskette

Für wen ist dieses Tool?

Der Impact Guide ist ein Angebot für alle Akteur*innen, die mit ihren Ideen, Aktivitäten und Projekten eine fairere, inklusivere und nachhaltigere Kultur und Gesellschaft gestalten wollen.

Was kann dieses Tool?

Ein Projektteam kann mit Hilfe des Impact Guide Schritt für Schritt seine eigene Wirkungslogik aufzeichnen, seine Annahmen prüfen und die Aktivitäten so ausrichten, dass sie tatsächlich zum Erreichen der Wirkungsziele beitragen.

Er hilft dabei

  • Wirkungsziele zu definieren
  • Zusammenhänge zu visualisieren
  • Wirkungsketten zu erkennen
  • Annahmen zu überprüfen
  • Angebote zu schärfen

Impressum

Autor*innen: Linda Sulzer, Aljosha Henkel, Andreas Beerli

Migros Pionierfonds / Direktion Kultur und Soziales des Migros-Genossenschafts-Bundes

Policy Analytics

 

Stand: November 2021

Supporting Relevance

Ideas and strategies for inclusive, fair and flexible arts funding 

IETM – Das Internationale Netzwerk für zeitgenössische darstellende Künste ist eines der ältesten und grössten internationalen Kulturnetzwerke. Es vertritt die Stimme von mehr als 500 Organisationen und Fachleuten, die weltweit im Bereich der zeitgenössischen darstellenden Künste tätig sind. 

Das Netzwerk setzt sich aktiv für bessere Arbeitsbedingungen in der Kunst ein. Die Finanzierung der Künste ist ein wichtiges Element dieses dringenden und komplexen Prozesses. IETM macht sich stark für neue Formen der Kunstfinanzierung. Die Publikation «Supporting Relevance: Ideas and strategies for inclusive, fair and flexible arts funding» will die aktuelle Debatte anregen und bietet Strategien und Lösungen, um die Situation des Kunstsektors und der beteiligten Berufsgruppen nachhaltig zu verbessern. 

Woraus besteht dieses Tool? 

IETM liefert in dieser Publikation  

  • Schlüsselbegriffe  
  • inspirierende Beispiele 
  • Argumente 
  • und Empfehlungen 

für eine faire, flexible und inklusive Finanzierung in den darstellenden Künsten. 

Tags

#faireförderung
#inklusiveförderung
#flexibleförderung
#nachhaltigekunst
#fairepraxis 

Warum braucht es dieses Tool? 

Der Kunstsektor soll im Einklang mit seinen Werten und den Entwicklungen der heutigen Gesellschaft gedeihen und relevant bleiben. Modelle, Methoden und Instrumente der Kunstfinanzierung gilt es deshalb zu überdenken, anzupassen und zu verbessern. 

Was kann dieses Tool? 

Die Publikation beantwortet folgende Fragen: 

  • Fairness: Was braucht es für eine faire Förderung in den darstellenden Künsten?  
  • Flexibilität: Was bedeutet flexible Förderung? 
  • Inklusion: Wer wird ausgeschlossen und wie funktioniert Inklusion? 

Die Publikation leistet einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion über die Zukunft der Darstellenden Künste und die Rolle der Kunstfinanzierung in diesem Sektor. 

Für wen ist dieses Tool? 

Die Publikation ist ein Angebot für alle Akteur*innen, die mit ihren Ideen, Aktivitäten und Projekten eine fairere, inklusivere und nachhaltigere Kultur und Gesellschaft gestalten wollen und richtet sich insbesondere an Mitglieder von Förderinstitutionen und Auswahlkommissionen.  

PDF herunterladen

IETM Publication 2021 – Supporting Relevance

Die Publikation ist auf Englisch auf der Webseite der IETM auch als Audio zugänglich: www.ietm.org  

Impressum

M. Ilic, F. Farhat, «Supporting relevance: Ideas and strategies for inclusive, fair and flexible arts funding», IETM, November 2021.

www.ietm.org/en/resources

g3-Methode

(gemeinsam gesellschaft gestalten!)

Von Design Thinking inspiriert ermöglicht diese Innovationsmethode Kulturschaffenden, konkret und praxisnah Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen (wie z.B. Teilhabe und faire Arbeitsbedingungen) in den Darstellenden Künsten zu entwickeln. Dazu wurden sechs konkrete Leitfäden entwickelt:

Sechs Leitfäden

  • Wie können wir gut miteinander arbeiten?
  • Wie erfahren wir mehr über konkrete Bedürfnisse anderer Menschen?
  • Wie können wir die gewonnenen Einsichten nutzbar machen?
  • Wie kommen wir gemeinsam zu neuen Ideen?
  • Wie können wir eine Idee erfahrbar machen?
  • Wie können wir unsere Idee testen, bevor es ernst wird?

TAGS

#kollaboration
#design thinking
#partizipation
#raum schaffen
#diskutieren

Was kann g3?

Die g3-Methode ist ein konkreter Vorschlag, wie Öffnung und Teilhabe unmittelbar angegangen werden können. Sie ist:

  • Kostenlos, da sie keiner professionellen Moderation bedarf.
  • Bestens geeignet für die Beteiligung unterschiedlichster Menschen in beliebig grossen, heterogenen Gruppen.
  • Niedrigschwellig und einfach, so dass man ohne Einführung oder Fortbildung direkt loslegen kann.
  • Effizient, da jeder Workshop in nur einer Stunde zu konkreten Ergebnissen führt.
  • Bedarfsorientiert sowohl im Ganzen, als auch einzeln und in vielfältiger Kombination einsetzbar.
  • Praxisnah durch zentrale Themen wie Bedürfnisklärung, Ideenentwicklung und Prototypengestaltung und -vertestung.

Für wen ist g3?

  • Die g3-Methode ist ein Angebot für alle Menschen, die mit kulturellen Institutionen oder Projekten zu tun haben und konkrete Antworten auf konkrete Fragen entwickeln möchten.
  • Darüber hinaus sind die Prozessleitfäden bestens geeignet für andere Themenfelder aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.
  • Wichtig ist, dass die g3-Methode an keiner Stelle als fertiges Produkt zu begreifen ist, sondern vielmehr als Einladung zur konstruktiven Mitarbeit erlebt werden möchte.

Warum braucht es die g3-Methode?

Komplexe Herausforderungen in Kultur oder Politik sind nicht mehr von einzelnen Personen oder Interessengruppen befriedigend bewältigbar. Nicht nur das Spektrum der Bedürfnisse nimmt stetig zu, auch die traditionellen Formen der Entscheidungsfindung werden zunehmend infrage gestellt.

Im Kunst- und Kulturbereich wird intensiv an der Frage gearbeitet, wie die gesamte Bevölkerung besser erreicht und stärker in die inhaltlichen Auseinandersetzungen einbezogen werden kann. Divers aufgestellte Teams sind kreativer, effektiver und somit auch erfolgreicher arbeiten.

Impressum

KIWit-Programm «Kultur+Wirtschaft»
Projektleitung: Moritz von Rappard, Co-Entwicklung: Hanna Voss, Mitarbeit: Stefanie Neumeister

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Inklusion

Die Methode ist noch nicht vollständig barrierefrei, da fehlende Sprachkenntnisse, körperliche oder geistige Beeinträchtigungen eine aktive Teilnahme erschweren. Doch im besten Fall mag jede Anwendung in der Praxis weiterführende Ideen oder Perspektiven eröffnen und so ist jede Rückmeldung ausdrücklich erwünscht.

Impressionen vom g3-Workshop m2act@LeGrütli

m2act@LeGrütli
m2act@LeGrütli
m2act@LeGrütli
m2act@LeGrütli

Kooperationen in den Darstellenden Künsten

Glossar

In Kooperationen zwischen Theatern, Festivals und Compagnien entstehen immer wieder Missverständnisse, wenn es darum geht, die Rollen und Leistungen der Partner zu definieren und zu verhandeln. Insbesondere der Begriff der «Koproduktion» wird inzwischen für alle möglichen Arten von Partnerschaften verwendet. Dies führt zu einer zunehmenden Entwertung dieser wichtigen Kooperationsform und der mit ihr verbundenen Leistungen.

Deshalb hat CORODIS (Commission romande de diffusion des spectacles) 2018 eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, an der auch RESO (Tanznetzwerk Schweiz) und das Migros-Kulturprozent / m2act beteiligt waren. Das daraus entstandene Glossar und seine Definitionen wurden 2019 von den Mitgliedern der die Mitglieder von CORODIS (die Kantone und die Mehrheit der Städte der französischen Schweiz) und den Mitgliedern der FRAS (Fédération romande des arts de la scène) angenommen und bis 2021 von Reso auf Deutsch übersetzt. 

Warum braucht es dieses Glossar?

m2act teilt die Überzeugung der Initiant*innen, dass eine schweizweite und konsequente Anwendung dieses Glossars wesentlich zur Klärung und Verbesserung der Kooperationen im Bereich der Darstellenden Künste beitragen wird und unterstützt die Weiterverbreitung in der ganzen Schweiz aktiv.

Tags

#koproduktion
#verträge
#kooperation
#transparenz
#faire praxis

Für wen ist dieses Glossar?

Das Glossar richtet sich an Theater, Festivals und Compagnien zugleich. Es bietet sich an als Gesprächsgrundlage bei Verhandlungen über Kooperationen und Koproduktionen.

Was kann dieses Glossar?

Es klärt folgende Fragen:

  • Was ist überhaupt eine Koproduktion und was nicht?
  • Zwischen welchen Partner*innen wird eine Koproduktion eingegangen?
  • Welche Leistungen beinhaltet eine Koproduktion?

Es hilft,

  • Leistungen klar zu definieren
  • Verbindlichkeit zu fördern
  • Missverständnisse aus dem Weg zu räumen
  • Kooperationen zu verbessern
  • Verständnis von unterschiedlichen Begriffen, Strukturen und Kooperationskulturen zwischen der Romandie und der Deutschschweiz zu schärfen

1. Kooperierende Strukturen

 

PRODUKTIONSSTRUKTUR: Juristische Person (meist eine Compagnie oder ein Theater), welche eigenverantwortlich Tanz- oder Theaterproduktionen realisiert. Sie besitzt die Rechte an der Produktion, ist zuständig für deren Finanzierung und übernimmt die Verantwortung als Arbeit- und Auftraggeberin für die Mitarbeitenden. Sie koordiniert die notwendigen personellen und materiellen Ressourcen und muss dabei stets zwischen den ökonomischen und künstlerischen Bedingungen abwägen, damit das Projekt umgesetzt werden kann. Sie übernimmt meist auch die Koordination der Auswertung der Produktion (Aufführungen, Diffusion) und kümmert sich um die Löhne, Honorare und sonstige Entschädigungen an die Mitarbeitenden sowie um die Aufbewahrung und Instandhaltung der Kostüme, des Bühnenbilds und der Requisiten.

 

ORGANISATIONSSTRUKTUR: Juristische Person (meist ein Theater oder ein Festival), welche eine Tanz- oder Theaterproduktion einlädt, um diese vor einem Publikum aufzuführen. Sie übernimmt sämtliche Kosten für die Durchführung der Aufführungen und bietet dafür einen geeigneten Ort, die notwendige Infrastruktur und Technik. Darüber hinaus ist sie für Urheberrechtsabgaben verantwortlich und stellt das notwendige eigene Personal für die technischen Betreuung (Auf- und Abbau, Ton, Licht etc.), für die Sicherheit und Betreuung des Publikums, den Ticketverkauf sowie für die Kommunikation und Bewerbung der Aufführungen.

 

BEAUFTRAGTE PRODUKTIONSSTRUKTUR: Produktionsstruktur, die von einer oder mehreren Organisationsstrukturen (meist Theater oder Festivals) im Rahmen einer Koproduktion (vgl. «Koproduktion») beauftragt wird, in deren Namen eine Tanz- oder Theaterproduktion zu realisieren. Sie übernimmt die Organisation der Produktion sowie die rechtliche und finanzielle Verantwortung im Rahmen der Vereinbarung mit den anderen an der Koproduktion beteiligten Strukturen.

2. Formen der Kooperation

 

KOPRODUKTION: Eine Koproduktion wird zwischen einer Produktionsstruktur und einer oder mehrerer Organisationsstrukturen vereinbart, die finanzielle, technische und personelle Ressourcen zusammenlegen, um gemeinsam ein Stück zu produzieren. Die finanziellen Leistungen der an der Koproduktion beteiligten Organisationsstrukturen müssen höher sein, als der Verkaufspreis der Aufführungen, so dass damit ein Teil der Produktionskosten gedeckt werden kann. Zum finanziellen Koproduktionsbeitrag können weitere personelle oder Sachleistungen hinzukommen. Für die Koproduktion und die Aufführungen sind zwei separate Verträge abzuschliessen.

 

PREACHAT: Als «Préachat» (Vorkauf) bezeichnet man den Kauf von einer oder mehrerer Aufführungen, bevor die Tanz- oder Theaterproduktion produziert wurde. Für die Organisationsstruktur stellt der Préachat ein künstlerisches und finanzielles Risiko dar und sollte daher als Vertrauensvorschuss gegenüber der Produktionsstruktur wertgeschätzt werden. Die Bezeichnung der Organisationsstruktur als «Partner», z.B. in allen Kommunikationsmitteln, ist daher angemessen (vgl. «Partnerschaft»).

 

PARTNERSCHAFT: Als «Partner» wird eine Organisationsstruktur bezeichnet, die eine Produktionsstruktur aktiv bei der Recherche, Produktion oder Diffusion unterstützt. Die damit verbundenen Leistungen können vielfältig sein: technische oder dramaturgische Begleitung, Bereitstellung von Proberäumlichkeiten, Unterstützung beim Fundraising, Kommunikation und Medienarbeit, bei der Diffusion und Vernetzung etc. Privilegierte Formen der Partnerschaft stellen insbesondere «Préachat» und «Residenz» dar.

 

RESIDENZ: Im Rahmen einer Residenz stellt eine Organisationsstruktur einer Produktionsstruktur während einem sinnvollen Zeitraum kostenlos einen geeigneten Arbeitsraum sowie Unterkünfte und Verpflegung, insbesondere für auswärtige Gäste, zur Verfügung. Zusätzlich können Probezeit auf der Bühne, technische und/oder dramaturgische Unterstützung gewährt werden.

 

ARTIST/S IN RESIDENCE | ASSOCIATED ARTIST/S: Kunstschaffende oder Compagnie, die von einer Organisationsstruktur dazu eingeladen werden, während eines bestimmten Zeitraums aktiv am Leben des Theaters oder Festivals teilzunehmen und dieses mitzugestalten. Während sie die Organisationsstruktur konzeptuell, künstlerisch und/oder durch ihre regelmässige Präsenz bereichern, unterstützt diese sie in ihrer künstlerischen Entwicklung und steht als Koproduzentin von Neuproduktionen fest. Der/die Kunstschaffende oder Compagnie kann z.B. bei Teamsitzungen, bei der Programmgestaltung oder Vermittlung eingebunden werden.

3. Finanzielle Leistungen

 

VERKAUFSPREIS (für eine oder mehrere Aufführungen; frz. «PRIX DE CESSION»): Der Verkaufspreis muss mindestens sämtliche Kosten decken, die seitens der Produktionsstruktur anfallen, um die Aufführungen durchführen zu können. Er wird durch die Produktionsstruktur festgelegt und kann eine mehr oder weniger hohe Gewinnspanne enthalten, welche die gesamte oder teilweise Rückfinanzierung von Wiederaufnahme-, Betriebs- oder Produktionskosten erlaubt.

 

KAUFVERTRAG (für eine oder mehrere Aufführungen; frz. «CONTRAT DE CESSION»): Vertrag zwischen einer Organisationsstruktur (Käufer) und einer Produktionsstruktur (Verkäufer), welche die Leistungen der beiden Partner regelt: Zusätzlich zum Verkaufspreis übernimmt der Käufer in der Regel Reise-, Transportkosten, Per Diems, Unterbringungskosten sowie die Abgeltung von Urheberrechten. Ausserdem regelt der Kaufvertrag die notwendigen technischen Rahmenbedingungen (Technical Rider).

 

GAGE: Die Gage ist der gebräuchliche Begriff für die Entlohnung des an einer Tanz- oder Theaterproduktion resp. ihrer Aufführungen beteiligten Personals. In der Schweiz hat dieser Begriff keine gesetzliche Grundlage: Es handelt sich entweder um Löhne (inkl. Sozialabgaben) oder um Honorare für Mitarbeitende, die selbstständig erwerbstätig sind. Dieser Begriff wird im Rahmen von Verhandlungen häufig mit dem «Verkaufspreis» für eine oder mehrere Aufführungen verwechselt, der jedoch noch weitere notwendige Kosten seitens der Produktionsstruktur beinhaltet (vgl. «Verkaufspreis»).

 

«COÛT PLATEAU»: Im Deutschen wird dieser Begriff nicht verwendet. Im Französischen bezeichnet er ausschliesslich die Kosten, die mit der Aufführung auf der Bühne verbunden sind, d.h. die Summe der Aufführungsgagen der Künstlerinnen und Techniker sowie ggf. die Kosten für Verbrauchsmaterial. Nicht enthalten sind jedoch die Kosten für die Produktion und Diffusion, Wiederaufnahmekosten oder Transport- und Reisekosten etc.

Impressum

Eine Initiative von

In Zusammenarbeit mit

Erarbeitet auf Französisch von 2018-19
Übersetzt auf Deutsch im März 2021