Glossar m2act

Den Ausführungen in diesem Glossar liegt kein dogmatisches, sondern ein dynamisches Begriffsverständnis zugrunde: Die Begriffe werden über Aktivitäten und Projekte weitergedacht und weiterentwickelt und finden darin ihre Verwirklichung als «gelebte Beispiele».

Faire Praxis

Zusammenarbeit und Verhalten basieren auf Gleichberechtigung, sozialer und genderspezifischer Gerechtigkeit, Solidarität, Inklusion sowie Nachhaltigkeit. Dies widerspiegelt sich in der Lohnpolitik, in Prozessen, Strukturen und Rahmenbedingungen sowie in der angemessenen Entschädigung aller Beteiligten. Faire Praxis legt Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Berufs- und Familienleben und auf Achtsamkeit sich selbst und anderen gegenüber. Faire Praxis in den Darstellenden Künsten bedeutet, sich der eigenen Rolle bewusst zu sein, entsprechend zu handeln und sich dafür zu engagieren, dass sich Kulturschaffende und Publikum für eine sozial gerechte und nachhaltige Gesellschaft einsetzen. Faire Praxis ist Grundbedingung und fester Bestandteil jeglicher Aktivität, Zusammenarbeit und Förderung von Projekten im Rahmen von m2act.

Kulturelle Ko-Kreation

Im Kontext von m2act steht kulturelle Ko-Kreation für die Zusammenarbeit gleichberechtigter Akteur*innen bereits im Entstehungsprozess und/oder in der Umsetzung kultureller Vorhaben. Im Fokus stehen Projekte, die von Kulturschaffenden und/oder Kulturinstitutionen gemeinsam und paritätisch mit Spezialist*innen aus anderen Bereichen gemäss ihren spezifischen Expertisen und Fähigkeiten entwickelt und realisiert werden. Dabei werden künstlerische Arbeitsweisen mit praxisorientierten und/oder wissenschaftlichen Methoden und Herangehensweisen aus anderen Sparten und Bereichen wie Soziales, Wirtschaft Gesellschaft, Forschung, Wissenschaft und Politik verbunden. Die Zusammenarbeit an den Schnittstellen verschiedener Bereiche birgt sowohl in Bezug auf die Prozesse als auch auf die dabei entstehenden Formate grosses Potenzial für qualitativ hochstehendes und innovatives Kulturschaffen.

Nachhaltige Strukturen

Rahmenbedingungen, Prozesse und Arbeitszusammenhänge müssen zukunftsfähig sein. Sie orientieren sich an den Prinzipien einer fairen Praxis und beruhen auf einem verantwortungsvollen Umgang mit ökologischen, ökonomischen und personellen Ressourcen. Nachhaltiges Handeln in den Darstellenden Künsten bedeutet, die Umwelt zu schonen, faire und inklusive Arbeitsbedingungen zu schaffen und mit finanziellen Mitteln bewusst umzugehen. Gleichzeitig beziehen die Kulturschaffenden das Publikum in diese Anstrengungen mit ein und informieren transparent. Nachhaltige Strukturen leisten einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einem ökologischen Bewusstsein in den Darstellenden Künsten und zur Verbesserung der sozioökonomischen Situation der Kulturschaffenden. Sie schaffen die Grundbedingungen für eine gestärkte Verankerung und Relevanz der Darstellenden Künste in der Gesellschaft.

Offener Wissenstransfer

Das offene und unentgeltliche Weitergeben und Austauschen von Erfahrungen und Erkenntnissen ist Teil der DNA von m2act. Dies geschieht in unterschiedlichen künstlerischen, laborartigen und diskursiven Formaten und Projekten sowie auf Basis verschiedener Methoden. Einblicke und Ergebnisse werden geteilt, dokumentiert und für andere zur freien Weiterverwendung und -entwicklung zugänglich gemacht. Offener Wissenstransfer findet zwischen Expert*innen und Interessierten, zwischen Spezialist*innen in unterschiedlichen Bereichen sowie zwischen Künstler*innen und Publikum statt. Er ist Kern und Voraussetzung für ko-kreative Zusammenarbeit und ermöglicht ein gemeinsames und paritätisches Lernen. Offener Wissenstransfer – insbesondere zu und als Basis von fairer Praxis – ermöglicht und unterstützt einen zukunftsorientierten und nachhaltigen Wandel von Strukturen, Arbeitsweisen und Prozessen in den Darstellenden Künsten.