FIT Festival Internazionale del Teatro e della scena contemporanea – Lugano: FIT for the Future

FIT for the Future ist ein Transformations- und Begleitprojekt im Bereich der kuratorischen Arbeit, das über drei Jahre läuft und darauf abzielt, ein Modellprojekt im künstlerischen Bereich zu werden. Entstanden im besonderen Kontext des Kantons Tessin, einer Region, die durch äusserst begrenzte Ressourcen gekennzeichnet ist, soll dieser Prozess auf ein tiefes Bedürfnis nach Erneuerung reagieren – nicht nur in der Form, sondern auch in der Methode. Konkret geht FIT for the Future folgenden Fragen nach: Wie kann sichergestellt werden, dass ein Netzwerk, das stark mit einer einzelnen Person verbunden ist – bestehend aus Partner*innen, Unterstützer*innen und Publikum – an die Nachfolger*innen übergeben werden kann? Wie kann der Wissenstransfer im Hinblick auf einen Führungswechsel gewährleistet werden, insbesondere bei einem Übergang von einer Einzelleitung zu einer Co-Leitung und dann wieder zu einer Einzelleitung? In einer Region, in der die institutionelle Unterstützung für die unabhängige Kultur häufig unterdimensioniert ist und Berufe im Bereich der unabhängigen Kultur oft nicht als legitimer Beruf angesehen werden, möchte FIT for the Future bekräftigen, dass ein Festival kein Privileg, sondern ein Dienst für die Gemeinschaft und ein kultureller sowie wirtschaftlicher Motor für die Region ist.

Das Projekt konzentriert sich nicht auf den einfachen Austausch einer Führungsfigur durch eine andere, sondern hinterfragt, wie dieser Übergang erfolgt: den Prozess, die Sorgfalt und die reale Möglichkeit, gemeinsam einen gesunden Arbeitskontext zu schaffen, frei von toxischen Dynamiken, Wettbewerb und Druck. Der Führungswechsel wird daher als eine interne, relationale, progressive Bewegung verstanden: eine Zeit des gegenseitigen Lernens, des gemeinsamen Aufbaus und der Co-Kuration.

Das Ziel ist es, ein nachhaltiges Übergangsmodell zu testen, ohne die Zeitvorgaben oder das Endergebnis vorab festzulegen. Die künstlerische Leitung von Paola Tripoli, zusammen mit dem Künstler und Regisseur Simon Waldvogel – der bereits über die Jahre mit dem FIT zusammengearbeitet hat – und dem Festivalteam, wird sich auf einen schrittweisen Übergang einlassen, bei dem die scheidende Person die neue Person allmählich begleitet und so einen organischen und bruchlosen Wandel fördert.

In den letzten Jahren hat das FIT stets die Idee in den Mittelpunkt seiner Vision gestellt, dass Theater nur dann Sinn macht, wenn es als Prozess verstanden wird, der Gemeinschaft schafft. Es ist der Humanismus des Theaters, der es radikal von anderen Bereichen unterscheidet. FIT for the Future bewegt sich in dieselbe Richtung: Wie jeder authentische Prozess birgt auch dieser das Risiko des Scheiterns, aber auch die Verheissung der Entdeckung. Es ist eine Übung im Experimentieren, offen, fliessend und sich seiner Widersprüche bewusst, mit dem Ziel, der Welt der darstellenden Künste – und darüber hinaus – ein inspirierendes Modell zu bieten, das «erneuert, ohne zu schneiden».

Beteiligte Personen

Paola Tripoli, künstlerische Leitung

Simon Waldvogel, Projektempfänger

In Zusammenarbeit mit dem Team des FIT

Katia Gandolfi, Assistentin und Leiterin Spezialprojekte

Belma Dizdarevic de Marchi, Sekretariat und Produktion

In Zusammenarbeit mit anderen nationalen und internationalen Theaterhäusern

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