Wages For Wages Against: TOKEN & WASHING

Wages for Wages Against (WFWA) setzt sich für eine gerechte Vergütung der Kunstschaffenden und für bessere Arbeitsbedingungen ein. Ausserdem engagiert sich das Kollektiv für eine alternative Kunstwirtschaft. Mit öffentlichen Debatten und kollektiven Aktionen kämpft es aktiv gegen Ungleichheiten und Diskriminierung.

Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens will WFWA die Phänomene Tokenismus und Washing näher erforschen, mit denen es in seiner bisherigen Tätigkeit häufiger zu tun hatte. Dieses Projekt soll die beiden eng verflochtenen Mechanismen beleuchten. Einerseits der Tokenismus: Praxis, bei der eine Institution eine Person aus einer Minderheitengemeinschaft in den Vordergrund stellt, um ein Bild der Inklusion zu vermitteln und daraus Vorteile zu ziehen, ohne dass dies den tatsächlichen Interessen der Person und ihrer Gemeinschaft dient oder mit echten strukturellen Bemühungen zur Bekämpfung von Diskriminierung einhergeht. Die als Aushängeschild dienende Person bleibt eine Ausnahme, die im Dienste einer Scheindiversität instrumentalisiert wird. Andererseits das «Washing», mit dessen Hilfe Institutionen aus der Ästhetik und Rhetorik sozialer Kämpfe Kapital schlagen, während sie ihre Privilegien und Hierarchien unangetastet lassen.

Die Ergebnisse veröffentlicht das Kollektiv zusammen mit Erfahrungsberichten betroffener Künstler*innen sowie externen Beiträgen. Anschliessend lädt WFWA die Westschweizer Szene zu einem Besprechungswochenende ein. Dabei finden Reflexion und Austausch mit den Künstler*innen und Kunstschaffenden in Form von Workshops und offenen Diskussionen statt.

Das Projekt bietet einen Raum fürs Gespräch, für das Zusammentragen und die Wiedergabe von Kontextwissen. Das Material aus den verschiedenen Gesprächen mit den betroffenen Künstler*innen wird gründlich ausgewertet und dann in Form von Schlussfolgerungen für eine Veröffentlichung und eine Sensibilisierungskampagne zusammengefasst. Diese werden so aufbereitet und verbreitet, dass die Ergebnisse sowohl für die im Kulturbereich Tätigen als auch für die betroffenen Gemeinschaften und deren Publikum zugänglich sind.


Liste der beteiligten Personen

Tiphanie Blanc
Tatiana Rihs
Ramaya Tegegne

Instagram

Veröffentlicht am 29.06.2026