Institut Neue Schweiz – INES: Ko-kreatives Thesen- und Fragenlabor zur partizipativen Umfragebegleitung

INES ist der postmigrantische Think & Act Tank der Schweiz.

INES verbindet Menschen, analysiert gesellschaftliche Entwicklungen und schafft Wissen sowie Visionen für eine gerechte, vielstimmige und zukunftsfähige Demokratie.

Der Hintergrund dieses Projekts ist die Entwicklung einer Umfrage des Interdisziplinären Zentrums für Genderstudies (IZFG) der Universität Bern. Die Studie wurde im Auftrag von Pro Helvetia und dem Center for Social Research (CSR) entwickelt und untersucht strukturelle Barrieren und Teilhabechancen im Kulturbereich. Die personenbasierte Umfrage richtet sich an Menschen, die im Kunst- und Kulturbereich arbeiten und unterschiedliche Perspektiven einbringen. Das Ziel der Studie ist es, die Hürden und Chancen sichtbar zu machen, die Kulturschaffende in ihrem Arbeitsalltag erleben, und Wege zu mehr Chancengerechtigkeit aufzuzeigen.

INES begleitet die Umfrage mit einem partizipativen Prozess. Dieser Prozess versteht sich nicht als reine Datenerhebung, sondern als Austausch zwischen unterschiedlichen Erfahrungen, Positionen und institutionellen Logiken. Die Perspektiven der Betroffenen fliessen aktiv in die Auswertung und in die Entwicklung von Handlungsempfehlungen ein.

Ein zentrales Element des Begleitprozesses ist das «Thesen und Fragenlabor». Am 23. März 2026 lädt INES rund 30 Kunst- und Kulturschaffende zu einem halbtägigen Workshop im Migros Museum ein, unterstützt von Migros-Kulturprozent m2act. Die Teilnehmenden prüfen die Forschungsthesen und entwickeln gemeinsam konkrete Fragen für die Umfrage. Der Workshop schafft einen geschützten Raum, stärkt künstlerische Stimmen und macht die Umfrage zugänglicher und wirksamer. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Auswertung, die Veröffentlichung und die späteren Empfehlungen für den Kulturbereich.

Damit sollen nicht nur die Ergebnisse der Umfrage verständlicher und nutzbarer werden, sondern Kunst- und Kulturschaffende bringen ihr Wissen direkt ein und stärken ihre Stimmen.

Das Vorhaben lädt Kunst- und Kulturschaffende ein, ihre Erfahrungen einzubringen und gemeinsam an fairen Arbeitsbedingungen zu arbeiten. Der Prozess setzt auf klare Honorare, offene Kommunikation und barrierearme Zugänge. Teilnehmende gestalten Inhalte aktiv mit und stärken so ihre eigenen Perspektiven. Das Projekt fördert nachhaltige Strukturen, weil es Wissen aus der Praxis direkt in Empfehlungen für Institutionen und Förderstellen überführt und damit langfristige Veränderungen im Kulturbereich anstösst.

Beteiligte Personen

Lisa Pedicino – INES Co-Geschäftsführung
Sunčana Laketa – INES Projektleitung
Andrea Zimmermann – IZfG Forschungsteamleitung

 

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Veröffentlicht 25.03.26

The Collective & homegirl productions: Workshop–Programm nachhaltige strukturelle und künstlerische Praxis

homegirl ist ein Theater- und Produktionsverein, der bestehende Hierarchien im Theater hinterfragt und neue Arbeitsweisen erprobt, die der Vielfalt von jungen*afro-diasporischen*queeren Künstler*innen entspricht.

The Collective ist eine Plattform für ein inklusiveres kulturelles Ökosystem. Wir schaffen Raum für Perspektiven, die oft übersehen werden und stärken BIPoC Künstler*innen in ihrer Entfaltung.

Die Workshops stärken The Collective und homegirl als junge Vereine in ihrer strukturellen und künstlerischen Entwicklung. Sie fördern transparente Entscheidungsprozesse, eine klare Haltung im Umgang mit Machtstrukturen und nachhaltige, faire Formen der Zusammenarbeit.

Das dreiteilige Workshop-Programm dient der Stärkung der strukturellen, künstlerischen und machtpolitischen Grundlagen von «The Collective» und «homegirl productions», zwei jungen Vereinen an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis und gesellschaftspolitischem Engagement. 

Ziel ist es, klare Werte, Visionen und Strategien zu entwickeln, um langfristig tragfähige, selbstbestimmte und nachhaltige Arbeitsweisen zu etablieren. 

Der erste Workshop fokussiert auf nachhaltige Vereins- und Kollektivarbeit und erarbeitet gemeinsame Werte sowie Entscheidungsstrukturen für eine langfristige Zusammenarbeit.

Ntando Cele, Workshopleiter*in, Workshop am 30.03.2026

Im zweiten Workshop wird die künstlerische Identität geschärft, indem persönliche, politische und ästhetische Positionen reflektiert und konkretisiert werden.

Ntando Cele, Workshopleiter*in, Workshop am 03.04.2026

Der dritte Workshop widmet sich dem Umgang mit Machtverhältnissen und der Frage, wie Schwarze und queere Kulturschaffende in mehrheitlich weisse Institutionen eintreten und dort handlungsfähig bleiben können, ohne die eigene Integrität, Vision zu verlieren und ihre Perspektiven wirksam einbringen können.

Yuvviki Dioh, Workshopleiter*in, Workshop am 14.04.2026

Beteiligte Personen

Anna Chiedza Spörri (The Collective), Teilnehmer*in

Andrea Grossenbacher (The Collective), Teilnehmer*in

Joëlle Antonie Gbeassor (homegirl), Teilnehmer*in

kairo fumilayo Edward (homegirl), Teilnehmer*in

Instagram homegirl productions

Veröffentlicht 01.04.2026

Feminist Leadership in the Arts: Workshops Feministische Führung im Kulturbereich

Viele sprechen über neue Formen von Führung, Agilität und New Work. Doch Führung wohin und mit welcher Haltung? Feministische Führung stellt alte Machtstrukturen infrage. Sie setzt sich für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft ein, in der Menschen und Natur nicht ausgebeutet werden. Feministische Führung bedeutet, offen und transparent mit Macht und Hierarchien umgehen, Diskriminierung erkennen und abbauen, Fürsorge für sich selbst und andere stärken, sowie Entscheidungen gemeinsam treffen. Diese Führungsprinzipien kommen aus feministischen Bewegungen, vor allem aus dem globalen Süden und aus Nordamerika der 1970er Jahre. In Zeiten von Krisen, Kriegen und dem Erstarken rechter Bewegungen sind sie heute weltweit besonders wichtig. In diesem Workshop erfahren die Teilnehmenden einige Grundlagen feministischer Führung für den Kulturbereich durch interaktive Übungen und Selbstreflexion. Ziel ist ein offener Raum für gemeinsames Lernen. Der Workshop richtet sich an alle, unabhängig vom Geschlecht. Männer* sind ausdrücklich eingeladen.

Feminist Leadership

Feministische Führung ist eine Praxis, die die traditionellen Vorstellungen von Macht untergräbt. Sie zielt auf eine sozial gerechte Welt ab, in der weder Menschen noch natürliche Ressourcen ausgebeutet werden und die Gleichstellung der Geschlechter verwirklicht ist. Feministische Führung stellt Formen der Kunst- und Kulturproduktion in Frage und führt Konzepte von Transparenz, Rechenschaftspflicht und kollektiver Entscheidungsfindung ein. Das Ziel ist, Menschen aller Geschlechter, Herkünfte und Fähigkeiten einzubeziehen – und sie fair zu bezahlen.

Feministische Führung ist keine Formel, sondern ein Weg zu einem neuen Kunst- und Kulturbetrieb, in dem wir entsprechend unseren Werten und den Inhalten unserer Kunst auch unsere Prozesse gestalten.

Sophia Stepf – Workshopleitung
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Lisa Stepf – Workshopleitung

Flinn Works ist eine Berliner freie Kompanie, die seit 20 Jahren Performances und Ausstellungen zu postkolonialen und feministischen Fragestellungen produziert.
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Feminist Leadership in the Arts ist ein Netzwerk, das internationale Austauschformate und Workshops im Bereich Feministische Führung initiiert und organisiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Feministischer Führungskultur in den Künsten.

Veröffentlicht 25.03.26