Coucou Kulturmagazin: Fokusausgabe «Kultur als Arbeitsfeld»

Das Winterthurer Kulturmagazin Coucou berichtet seit 2012 mit zehn Ausgaben pro Jahr über das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Winterthur. Mit dem Magazin, dem Online-Kulturkalender und mittels Veranstaltungen setzt das Coucou für die Berichterstattung und Sichtbarmachung von Kultur ein.

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Das Coucou plant für die Oktoberausgabe 2026 einen Schwerpunkt zum Thema «Kultur als Arbeitsfeld». Dieser soll aus einem allgemeinen Hauptartikel zum Thema mit vielen Fakten, einem Interview mit Etrit Hasler (Leiter des neuen, nationalen Kompetenzzentrums «Arbeiten in der Kultur»), einem personalisierten Artikel zum Thema «art+care» und einem ebenfalls personalisierten Artikel zum Thema «Altersvorsorge bei Kulturschaffenden» bestehen. Insgesamt wird dieser Schwerpunkt rund 15 Seiten umfassen. Ziel dabei ist, einerseits zu zeigen, mit welchem strukturellen Problemen Kunst- und Kulturschaffende in Winterthur (und darüber hinaus) konfrontiert sind und welche Lösungs- und Hilfeansätze es gibt und andererseits herauszufinden, inwieweit die vom BAK (Bundesamt für Kultur) gewünschte Stärkung der Kultur als Arbeitsbereich bereits gefruchtet hat.

Viele Kulturschaffende in Winterthur arbeiten nahe an der Prekarität und insbesondere Frauen müssen oft ihren Beruf verlassen, sobald ein Ereignis wie Bsp. Elternschaft eintritt. Das wird bislang von öffentlicher Seite kaum aufgefangen, auch wenn der Bund dies in der Kulturbotschaft anders formuliert. Die Schwerpunktausgabe des Coucou soll deshalb die breite Öffentlichkeit für die Probleme sensibilisieren und Kulturschaffenden Information und Lösungsansätze bieten zu Themen wie Care, FairPay und Sozialversicherungen.

 

Beteiligte Personen

Stefan Breitenmoser, Textredaktion Coucou

Aline Geissmann, Textredaktion Coucou

Lynn Vellacott, Textredaktion Coucou

Lia Grünig, Bildredaktion Coucou

Anja Wicki, Bildredaktion Coucou

Gespräche werden unter anderem gesucht mit Etrit Hasler, Geschäftsführer Suisseculture Sociale, Andrea Zimmermann, Gendermonitoring in der Kunst und Kultur (Uni Bern), Karin Lustenberger (art+care)

Veröffentlicht 9.7.2026

ROXY Birsfelden: Sensibilisierungstraining im Team, Awareness-Konzept erarbeiten, verbreiten und umsetzen; sowie Kommunikationsstrategien erlernen

Das ROXY Birsfelden ist Veranstaltungs- und Produktionsort für die freie zeitgenössische Theater-, Tanz- und Performanceszene. Ein grosser Fokus liegt auf der Förderung von Nachwuchskünstler*innen.

Das ROXY Birsfelden wird 2026 ein eigenes Awareness-Konzept entwickeln. Dafür absolviert das Team ein Sensibilisierungs- und Kommunikationstraining und setzt sich mit Konfliktmanagement, Diskriminierungsmechanismus und sensibler Sprache auseinander. Das ROXY wird hierbei begleitet von Expert*innen aus dem Awarenetz und von Julia Glaus. Das Ziel ist ein möglichst diskriminierungsfreier Raum – sowohl für Mitarbeiter*innen, als auch für Künstler*innen und Publikum. Dafür formulieren das Team, der Vorstand und Freelancer*innen gemeinsam ein Konzept, das Grundlagen des Umgangs miteinander festhält und diese nach innen und aussen kommuniziert.

Ein wertschätzender Umgang ist dem ROXY wichtig. Das Team ist sich der Machtstrukturen bewusst, die in den Darstellenden Künsten institutionell häufig verankert sind und möchte sich einen bewussten und transparenten Umgang damit stärken. Nicht zuletzt liegt ein Fokus der Weiterbildung im Umgang mit marginalisierten Gruppen wie trans* Menschen und neurodivergenten Menschen. Das Hinterfragen von eigenen Privilegien und der verstärkte Umgang mit sensibler Sprache stellt für das Team eine Grundlage fairer Praxis dar.

Workshopleitende:

Awarenetz, Julia Glaus

@roxy_birsfelden

Veröffentlicht 2.7.26

Unofficial Hiking Society: Fair Pay – Fair Play: Implementing Fair Structures in the Visual Arts

Die Unofficial Hiking Society AG entwickelt künstlerische Projekte, die das Verhältnis von Kultur, Gesellschaft und institutionellen Strukturen untersuchen. Das Kollektiv macht bestehende Strukturen sichtbar und erprobt neue Formen der Zusammenarbeit.

«Fair Pay – Fair Play» entwickelt in Austausch mit Visarte Region Basel konkrete Werkzeuge für die Umsetzung fairer Arbeitsbedingungen in der Bildenden Kunst. Ausgangspunkt sind bestehende Honorarrichtlinien, die in der Praxis oft nur teilweise angewendet werden.

Das Projekt untersucht, welche Bedingungen faire Zusammenarbeit fördern und wie Institutionen und Kulturschaffende strukturelle Herausforderungen gemeinsam statt einzeln angehen können. Neben Honoraren berücksichtigt «Fair Pay – Fair Play» auch Aspekte wie Transparenz, Mitbestimmung, Care-Arbeit und langfristige Zusammenarbeit.

Gemeinsam mit Künstler*innen, Kurator*innen und Institutionen entstehen praktische Hilfsmittel, eine digitale Plattform sowie ein «Fairness Index», der faire Zusammenarbeit sichtbar und nachvollziehbar macht. Ergänzend wird eine Anerkennungsplattform entwickelt, die Institutionen mit vorbildlicher Praxis öffentlich hervorhebt und den Austausch im Kunstfeld stärkt.

Ziel ist es, faire Arbeitsbedingungen langfristig als selbstverständlichen Bestandteil kultureller Arbeit zu verankern.

Beteiligte Personen

Ozan Güngör
Maria Maddalena Lenzi

Kooperationspartner Visarte Region Basel

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Veröffentlicht 29.6.26

compagnie O.: MULTIVERSE | neurodiversity in the arts

Die compagnie O. ist eine neurodiverse Zürcher Tanzcompanie unter neurodivergenter Leitung. Sie steht für Neurodiversität als künstlerisches und strukturelles Prinzip und setzt sich für Chancengleichheit in den darstellenden Künsten ein.

«MULTIVERSE – neurodiversity in the performing arts»  ist eine von der compagnie O. initiierte Wissens-, Vernetzungs- und Austauschplattform zum Thema Neurodivergenz in den darstellenden Künsten. Neurodivergente Künstler*innen stossen in Networking, Diffusion und Touring auf strukturelle Barrieren, die ihre beruflichen Chancen einschränken.

MULTIVERSE setzt hier an: In ko-kreativen Workshops erarbeiten Kulturschaffende und Veranstalter*innen gemeinsam Werkzeuge und Handlungsempfehlungen, die anschliessend gebündelt, aufbereitet und in verschiedenen digitalen und analogen Formaten öffentlich zugänglich gemacht werden.

Das Ziel: eine Kulturlandschaft, in der neurodivergente Künstler*innen gleichberechtigte und sichtbare Akteurinnen sind.

Beteiligte Personen

Marie Alexis – künstl. Leitung cie O., Co-Leitung MULTIVERSE
Mona De Weerdt – Dramaturgin cie O., Co-Leitung MULTIVERSE
Gabi Mojzes – Mitglied Diffusionspool cie O., Projektberaterin MULTIVERSE

Kooperationen:
Gessnerallee, Kulturhaus Helferei, TanzPlan Ost, AVDC (u.A.)

@instacieo

Die compagnie O. spricht in MULTIVERSE als Betroffene und Selbstvertreter*innen. Alle Workshop-Teilnehmenden werden fair entlöhnt. Die erarbeiteten Werkzeuge und Handlungsempfehlungen stehen der gesamten Kulturlandschaft kostenlos zur Verfügung, über den Projektzeitraum hinaus. So entstehen nachhaltige Strukturen, die Chancengleichheit für neurodivergente Künstler*innen.

Veröffentlicht 29.6.26

Red Brick Records und Forcefield Records: Die Musikindustrie nachhaltiger gestalten – Wie und Was Indie-Labels von einander lernen können

Red Brick Records und Forcefield Records sind beides Musik-Kollektive die für verschiedene Schweizer Künstler*innen arbeiten. Dies an der Schnittstelle von DIY und Professionalität. Zudem engagieren sie sich für die Vernetzung von Schweizer Musiker*innen.

Die Schweizer Musikindustrie soll wieder mehr Platz schaffen für junge, DIY-Musikprojekte und Künstler*innen, deshalb braucht es Labels und Kollektive wie Red Brick Records und Forcefield Records. Um der Monopolisierung der grossen Musikkonzerne entgegenzuwirken sind kleinere Musiklabels unabdingbar. Musiker*innen soll der Zugang zur Schweizer Musikindustrie vereinfacht werden; dafür braucht es Kollektive, die sie fördern und sie unterstützen, ohne Millionen im Rücken zu haben.

Red Brick Records existiert als Label bereits seit über 15 Jahren und konnte in der Zeit eine nachhaltige Admin- und Finanzierungsstruktur aufbauen, von der sich die Genossenschaftsmitglieder für ihre Arbeit einen Lohn auszahlen können. Forcefield Records besteht als Kollektiv seit sechs Jahren und arbeitet seit Beginn her ehrenamtlich. Im Rahmen des Migros-Kulturprozent m2act Projekts übernehmen Forcefield Records die Strukturen von Red Brick Records. So kann sich das Kollektiv längerfristig, nachhaltig und demokratisch entwickeln und finanzieren.

Auch tauschen sich die beiden Labels in mehreren Sessions darüber aus, wie Burnouts und Selbstausbeutung in der Musikindustrie verhindert, und wie alternative Technologien zur Verbreitung von Musik genutzt werden können.

In einem weiteren Schritt werden die Learnings und Good Practices von Red Brick Records und Forcefield Records in einer Labeltour mit verschiedenen anderen Musik-Kollektiven und mit der Öffentlichkeit geteilt. Es sollen jeweils ein Panel mit verschiedenen Musikexpert*innen (Künstler*innen, Personen im Nacht- und Klubleben und Labelpersonen) und Konzerten in kleineren und alternativen Klubs stattfinden. Viele Leute konsumieren Musik vor allem digital: mit diesen Veranstaltungen fördert das Projekt den analogen Austausch von Musiker*innen und Publikum.

Als erstes und einziges queerfeministisches Label in der Schweizer Musikindustrie zieht Forcefield eine jüngere Zielgruppe auf und vor der Bühne an. Ein weiteres  Ziel im Rahmen dieses Projekts ist es Nachwuchskünstler*innen  mit Red Brick Records zu vernetzen und so auch queerfeministische Standards zu übertragen.

Es ist den Mitgliedern von Red Brick Records und Forcefield Records ein grosses Anliegen eine Community zu etablieren, die sich miteinander in der Musik- und Soundkreation austauscht, Ressourcen wie Fähigkeiten und Materialien miteinander teilt, neue Verbindungen knüpft und so gemeinsam Kräfte bündelt.

Ihre Good Practices sind nicht nur die funktionierenden Admin- und Finanzsstrukturen, sondern auch der Zugang, den die beiden Labels zu jungen Menschen in der Schweiz haben, die Namen, die sie sich aufgebaut haben und ihre erkämpften Status in der Szene. Sie werden als Kollektive von verschiedenen Akteur*innen zu unterschiedlichen Anlässen eingeladen.

Beteiligte Personen

Laura Schuler und Hilke Ross (Red Brick Records)

Sole Lüthy und Louisa Loosli (Forcefield Records)

@redbrickrecords
@forcefield_records

Spotify Red Brick Records

Veröffentlicht 29.6.26

Projekt(e) Encirqué und plusQ’Île Festival: Künstlerische Vermittlung ausrüsten

Encirqué Project(s)

Die Projekt(e) Encirqué machen den Zirkus zu einem Instrument der Integration, des Ausdrucks und der Entwicklung artistischer und sozialer Kompetenzen. Durch inklusive und kreative Workshops fördern sie Begegnungen, den Zusammenhalt und die Verbindungen zwischen den Gemeinschaften in der Region.

 

plusQ’Île Festival 

Das plusQ’Île Festival ist ein Ort der Kreativität, des Austauschs und der künstlerischen Freiheit in Biel. Es steht für eine inklusive, allen zugängliche Kultur. Der Zirkus verbindet hier verschiedene Altersgruppen, Sprachen und Milieus im Herzen einer populären und aufgeschlossenen zweisprachigen Stadt.

In den Darstellenden Künsten müssen Künstler*innen regelmässig Wissen weitergeben – in Schulen, bei Vermittlungen oder in partizipativen Projekten –, ohne über eine spezielle pädagogische Ausbildung zu verfügen. In diesen Vermittlungsräumen wird mit Körper, Kontakt und komplexen Gruppendynamiken gearbeitet, wo sich Machtverhältnisse begegnen und überlagern. So können dort Unbehagen, Diskriminierung oder Gewalt entstehen – Probleme, die oft kaum wahrgenommen und kaum behandelt werden. Heute findet die Weitergabe künstlerischer Fähigkeiten grösstenteils in informellen Rahmen statt, die nur über wenig Mittel und Begleitung verfügen.

Dieses Projekt von Encirqué und plusQ’Île Festival soll diese impliziten Praktiken in konkrete Instrumente umwandeln, um Vermittlungsräume sicherer zu machen, die Künstler*innen auszurüsten, Rollen und Verantwortlichkeiten zu klären sowie gerechte und inklusive Praktiken zu stärken. Es stellt ein funktionales Instrumentarium zur Verfügung, das gemeinsam mit Partnern aus dem Kulturbereich entwickelt wurde.

Alle Interessierten erhalten Zugang zum Tool und können so nicht nur Inhalte vermitteln, sondern dabei auch für sichere und respektvolle Arbeitsbedingungen sorgen.

Die im Rahmen dieses Projekts entwickelten Instrumente sollen zu einem gerechteren, inklusiveren und nachhaltigeren Kulturökosystem beitragen, in dem künstlerischer Anspruch und Qualität der Vermittlungsbedingungen untrennbar miteinander verbunden sind. Sie werden kostenlos zur Verfügung gestellt und verbreitet, damit alle interessierten Künstler*innen und Einrichtungen darauf zugreifen können. Einzelpersonen und Teams werden dadurch besser gerüstet sein, Machtverhältnisse besser verstehen und in der Lage sein, mit heiklen Situationen umzugehen. In Strukturen und Ausbildungsangebote eingebunden, werden diese Instrumente einen nachhaltigen Wandel künstlerischer Vermittlungspraktiken bewirken und dabei jeder und jedem einen sicheren und wohlwollenden Rahmen garantieren.

Beteiligte

CoPil
Sarah Simili Koordinator*in, Künstler*in, Expertise: Gender & Vermittlung
Nina Pigné Koordinatorin, Programmgestalterin, Vertrieb
Claire Balbo Beauftragte für Entwicklung und Fundraising
Sarah Lerch Künstlerin, Kulturvermittlerin, Entwicklung
Partner Projekt(e) Encirqué & plusQ’Île Festival

Weitere Partner Reboot, Zirkusquartier, Helvetiarockt, Arts_Sainement, AVDC, CCHAR (noch zu bestätigen) sowie eine Expertengruppe.

Instagram @festivalencirque
Instagram @plusquile
Facebook Encirqué Project(s)
Facebook plusQ’Île Festival

Veröffentlicht 29.6.2026

Wages For Wages Against: TOKEN & WASHING

Wages for Wages Against (WFWA) setzt sich für eine gerechte Vergütung der Kunstschaffenden und für bessere Arbeitsbedingungen ein. Ausserdem engagiert sich das Kollektiv für eine alternative Kunstwirtschaft. Mit öffentlichen Debatten und kollektiven Aktionen kämpft es aktiv gegen Ungleichheiten und Diskriminierung.

Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens will WFWA die Phänomene Tokenismus und Washing näher erforschen, strukturelle Mechanismen, die gesellschaftliche Ungleichheiten reproduzieren und im Kulturbereich verbreitet sind. Dieses Projekt soll die beiden eng verflochtenen Mechanismen beleuchten. Einerseits der Tokenismus: Praxis, bei der eine Institution eine Person aus einer Minderheitengemeinschaft in den Vordergrund stellt, um ein Bild der Inklusion zu vermitteln und daraus Vorteile zu ziehen, ohne dass dies den tatsächlichen Interessen der Person und ihrer Gemeinschaft dient oder mit echten strukturellen Bemühungen zur Bekämpfung von Diskriminierung einhergeht. Die als Aushängeschild dienende Person bleibt eine Ausnahme, die im Dienste einer Scheindiversität instrumentalisiert wird. Andererseits das «Washing», mit dessen Hilfe Institutionen aus der Ästhetik und Rhetorik sozialer Kämpfe Kapital schlagen, während sie ihre Privilegien und Hierarchien unangetastet lassen.

Die Ergebnisse veröffentlicht das Kollektiv zusammen mit Erfahrungsberichten betroffener Künstler*innen sowie externen Beiträgen. Anschliessend lädt WFWA die Westschweizer Szene zu einem Besprechungswochenende ein. Dabei finden Reflexion und Austausch mit den Künstler*innen und Kunstschaffenden in Form von Workshops und offenen Diskussionen statt.

Das Projekt bietet einen Raum fürs Gespräch, für das Zusammentragen und die Wiedergabe von Kontextwissen. Das Material aus den verschiedenen Gesprächen mit den betroffenen Künstler*innen wird gründlich ausgewertet und dann in Form von Schlussfolgerungen für eine Veröffentlichung und eine Sensibilisierungskampagne zusammengefasst. Diese werden so aufbereitet und verbreitet, dass die Ergebnisse sowohl für die im Kulturbereich Tätigen als auch für die betroffenen Gemeinschaften und deren Publikum zugänglich sind.


Liste der beteiligten Personen

Tiphanie Blanc
Tatiana Rihs
Ramaya Tegegne

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Veröffentlicht am 29.06.2026

Institut Neue Schweiz – INES: Ko-kreatives Thesen- und Fragenlabor zur partizipativen Umfragebegleitung

INES ist der postmigrantische Think & Act Tank der Schweiz.

INES verbindet Menschen, analysiert gesellschaftliche Entwicklungen und schafft Wissen sowie Visionen für eine gerechte, vielstimmige und zukunftsfähige Demokratie.

Der Hintergrund dieses Projekts ist die Entwicklung einer Umfrage des Interdisziplinären Zentrums für Genderstudies (IZFG) der Universität Bern. Die Studie wurde im Auftrag von Pro Helvetia und dem Center for Social Research (CSR) entwickelt und untersucht strukturelle Barrieren und Teilhabechancen im Kulturbereich. Die personenbasierte Umfrage richtet sich an Menschen, die im Kunst- und Kulturbereich arbeiten und unterschiedliche Perspektiven einbringen. Das Ziel der Studie ist es, die Hürden und Chancen sichtbar zu machen, die Kulturschaffende in ihrem Arbeitsalltag erleben, und Wege zu mehr Chancengerechtigkeit aufzuzeigen.

INES begleitet die Umfrage mit einem partizipativen Prozess. Dieser Prozess versteht sich nicht als reine Datenerhebung, sondern als Austausch zwischen unterschiedlichen Erfahrungen, Positionen und institutionellen Logiken. Die Perspektiven der Betroffenen fliessen aktiv in die Auswertung und in die Entwicklung von Handlungsempfehlungen ein.

Ein zentrales Element des Begleitprozesses ist das «Thesen und Fragenlabor». Am 23. März 2026 lädt INES rund 30 Kunst- und Kulturschaffende zu einem halbtägigen Workshop im Migros Museum ein, unterstützt von Migros-Kulturprozent m2act. Die Teilnehmenden prüfen die Forschungsthesen und entwickeln gemeinsam konkrete Fragen für die Umfrage. Der Workshop schafft einen geschützten Raum, stärkt künstlerische Stimmen und macht die Umfrage zugänglicher und wirksamer. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Auswertung, die Veröffentlichung und die späteren Empfehlungen für den Kulturbereich.

Damit sollen nicht nur die Ergebnisse der Umfrage verständlicher und nutzbarer werden, sondern Kunst- und Kulturschaffende bringen ihr Wissen direkt ein und stärken ihre Stimmen.

Das Vorhaben lädt Kunst- und Kulturschaffende ein, ihre Erfahrungen einzubringen und gemeinsam an fairen Arbeitsbedingungen zu arbeiten. Der Prozess setzt auf klare Honorare, offene Kommunikation und barrierearme Zugänge. Teilnehmende gestalten Inhalte aktiv mit und stärken so ihre eigenen Perspektiven. Das Projekt fördert nachhaltige Strukturen, weil es Wissen aus der Praxis direkt in Empfehlungen für Institutionen und Förderstellen überführt und damit langfristige Veränderungen im Kulturbereich anstösst.

Beteiligte Personen

Lisa Pedicino – INES Co-Geschäftsführung
Sunčana Laketa – INES Projektleitung
Andrea Zimmermann – IZfG Forschungsteamleitung

 

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Veröffentlicht 25.03.26

The Collective & homegirl productions: Workshop–Programm nachhaltige strukturelle und künstlerische Praxis

homegirl ist ein Theater- und Produktionsverein, der bestehende Hierarchien im Theater hinterfragt und neue Arbeitsweisen erprobt, die der Vielfalt von jungen*afro-diasporischen*queeren Künstler*innen entspricht.

The Collective ist eine Plattform für ein inklusiveres kulturelles Ökosystem. Wir schaffen Raum für Perspektiven, die oft übersehen werden und stärken BIPoC Künstler*innen in ihrer Entfaltung.

Die Workshops stärken The Collective und homegirl als junge Vereine in ihrer strukturellen und künstlerischen Entwicklung. Sie fördern transparente Entscheidungsprozesse, eine klare Haltung im Umgang mit Machtstrukturen und nachhaltige, faire Formen der Zusammenarbeit.

Das dreiteilige Workshop-Programm dient der Stärkung der strukturellen, künstlerischen und machtpolitischen Grundlagen von «The Collective» und «homegirl productions», zwei jungen Vereinen an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis und gesellschaftspolitischem Engagement. 

Ziel ist es, klare Werte, Visionen und Strategien zu entwickeln, um langfristig tragfähige, selbstbestimmte und nachhaltige Arbeitsweisen zu etablieren. 

Der erste Workshop fokussiert auf nachhaltige Vereins- und Kollektivarbeit und erarbeitet gemeinsame Werte sowie Entscheidungsstrukturen für eine langfristige Zusammenarbeit.

Ntando Cele, Workshopleiter*in, Workshop am 30.03.2026

Im zweiten Workshop wird die künstlerische Identität geschärft, indem persönliche, politische und ästhetische Positionen reflektiert und konkretisiert werden.

Ntando Cele, Workshopleiter*in, Workshop am 03.04.2026

Der dritte Workshop widmet sich dem Umgang mit Machtverhältnissen und der Frage, wie Schwarze und queere Kulturschaffende in mehrheitlich weisse Institutionen eintreten und dort handlungsfähig bleiben können, ohne die eigene Integrität, Vision zu verlieren und ihre Perspektiven wirksam einbringen können.

Yuvviki Dioh, Workshopleiter*in, Workshop am 14.04.2026

Beteiligte Personen

Anna Chiedza Spörri (The Collective), Teilnehmer*in

Andrea Grossenbacher (The Collective), Teilnehmer*in

Joëlle Antonie Gbeassor (homegirl), Teilnehmer*in

kairo fumilayo Edward (homegirl), Teilnehmer*in

Instagram homegirl productions

Veröffentlicht 01.04.2026

Feminist Leadership in the Arts: Workshops Feministische Führung im Kulturbereich

Viele sprechen über neue Formen von Führung, Agilität und New Work. Doch Führung wohin und mit welcher Haltung? Feministische Führung stellt alte Machtstrukturen infrage. Sie setzt sich für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft ein, in der Menschen und Natur nicht ausgebeutet werden. Feministische Führung bedeutet, offen und transparent mit Macht und Hierarchien umgehen, Diskriminierung erkennen und abbauen, Fürsorge für sich selbst und andere stärken, sowie Entscheidungen gemeinsam treffen. Diese Führungsprinzipien kommen aus feministischen Bewegungen, vor allem aus dem globalen Süden und aus Nordamerika der 1970er Jahre. In Zeiten von Krisen, Kriegen und dem Erstarken rechter Bewegungen sind sie heute weltweit besonders wichtig. In diesem Workshop erfahren die Teilnehmenden einige Grundlagen feministischer Führung für den Kulturbereich durch interaktive Übungen und Selbstreflexion. Ziel ist ein offener Raum für gemeinsames Lernen. Der Workshop richtet sich an alle, unabhängig vom Geschlecht. Männer* sind ausdrücklich eingeladen.

Feminist Leadership

Feministische Führung ist eine Praxis, die die traditionellen Vorstellungen von Macht untergräbt. Sie zielt auf eine sozial gerechte Welt ab, in der weder Menschen noch natürliche Ressourcen ausgebeutet werden und die Gleichstellung der Geschlechter verwirklicht ist. Feministische Führung stellt Formen der Kunst- und Kulturproduktion in Frage und führt Konzepte von Transparenz, Rechenschaftspflicht und kollektiver Entscheidungsfindung ein. Das Ziel ist, Menschen aller Geschlechter, Herkünfte und Fähigkeiten einzubeziehen – und sie fair zu bezahlen.

Feministische Führung ist keine Formel, sondern ein Weg zu einem neuen Kunst- und Kulturbetrieb, in dem wir entsprechend unseren Werten und den Inhalten unserer Kunst auch unsere Prozesse gestalten.

Sophia Stepf – Workshopleitung
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Lisa Stepf – Workshopleitung

Flinn Works ist eine Berliner freie Kompanie, die seit 20 Jahren Performances und Ausstellungen zu postkolonialen und feministischen Fragestellungen produziert.
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Feminist Leadership in the Arts ist ein Netzwerk, das internationale Austauschformate und Workshops im Bereich Feministische Führung initiiert und organisiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Feministischer Führungskultur in den Künsten.

Veröffentlicht 25.03.26