Red Brick Records und Forcefield Records: Die Musikindustrie nachhaltiger gestalten – Wie und Was Indie-Labels von einander lernen können

Red Brick Records und Forcefield Records sind beides Musik-Kollektive die für verschiedene Schweizer Künstler*innen arbeiten. Dies an der Schnittstelle von DIY und Professionalität. Zudem engagieren sie sich für die Vernetzung von Schweizer Musiker*innen.

Die Schweizer Musikindustrie soll wieder mehr Platz schaffen für junge, DIY-Musikprojekte und Künstler*innen, deshalb braucht es Labels und Kollektive wie Red Brick Records und Forcefield Records. Um der Monopolisierung der grossen Musikkonzerne entgegenzuwirken sind kleinere Musiklabels unabdingbar. Musiker*innen soll der Zugang zur Schweizer Musikindustrie vereinfacht werden; dafür braucht es Kollektive, die sie fördern und sie unterstützen, ohne Millionen im Rücken zu haben.

Red Brick Records existiert als Label bereits seit über 15 Jahren und konnte in der Zeit eine nachhaltige Admin- und Finanzierungsstruktur aufbauen, von der sich die Genossenschaftsmitglieder für ihre Arbeit einen Lohn auszahlen können. Forcefield Records besteht als Kollektiv seit sechs Jahren und arbeitet seit Beginn her ehrenamtlich. Im Rahmen des Migros-Kulturprozent m2act Projekts übernehmen Forcefield Records die Strukturen von Red Brick Records. So kann sich das Kollektiv längerfristig, nachhaltig und demokratisch entwickeln und finanzieren.

Auch tauschen sich die beiden Labels in mehreren Sessions darüber, wie Burnouts und Selbstausbeutung in der Musikindustrie verhindert, und wie alternative Technologien zur Verbreitung von Musik genutzt werden können.

In einem weiteren Schritt werden die Learnings und Good Practices von Red Brick Records und Forcefield Records in einer Labeltour mit verschiedenen anderen Musik-Kollektiven und mit der Öffentlichkeit geteilt. Es sollen jeweils ein Panel mit verschiedenen Musikexpert*innen (Künstler*innen, Personen im Nacht- und Klubleben und Labelpersonen) und Konzerten in kleineren und alternativen Klubs stattfinden. Viele Leute konsumieren Musik vor allem digital: mit diesen Veranstaltungen fördert das Projekt den analogen Austausch von Musiker*innen und Publikum.

Als erstes und einziges queerfeministisches Label in der Schweizer Musikindustrie zieht Forcefield eine jüngere Zielgruppe auf und vor der Bühne an. Ein weiteres  Ziel im Rahmen dieses Projekts ist es Nachwuchskünstler*innen  mit Red Brick Records zu vernetzen und so auch queerfeministische Standards zu übertragen.

Die Monopolisierung der Schweizer Musikindustrie nimmt weiterhin zu und es ist unabdingbar, dass junge Künstler*innen, Kollektive und DIY-Projekte in der Musikindustrie gestärkt werden und Platz einnehmen. Hierzu plant das Projekt von Red Bricks Records und Forcefield Records einen Beitrag zu leisten.

Es ist den Mitgliedern von Red Brick Records und Forcefield Records ein grosses Anliegen eine Community zu etablieren, die sich miteinander in der Musik- und Soundkreation austauscht, Ressourcen wie Fähigkeiten und Materialien miteinander teilt, neue Verbindungen knüpft und so gemeinsam Kräfte bündelt.

Ihre Good Practices sind nicht nur die funktionierenden Admin- und Finanzsstrukturen, sondern auch der Zugang, den die beiden Labels zu jungen Menschen in der Schweiz haben, die Namen, den sie sich aufgebaut haben und ihre erkämpften Status in der Szene. Sie werden als Kollektive von verschiedenen Akteur*innen zu unterschiedlichen Anlässen eingeladen.

Beteiligte Personen

Laura Schuler und Hilke Ross (Red Brick Records)

Sole Lüthy und Louisa Loosli (Forcefield Records)

@redbrickrecords
@forcefield_records

Spotify Red Brick Records

Veröffentlicht 29.6.26