PrA Kulturmacher*in

Eine Praktische Ausbildung in der Kunst, Gesellschaft zu machen

Ein inklusiver Kultursektor braucht Diversität im Personal vor, hinter und auf der Bühne! Fehlende Bildungsangebote verhindern aber Menschen mit Behinderungen oft den Einstieg in die professionelle Kulturwelt. Die Heitere Fahne und das Kollektiv Frei_Raum rufen deshalb eine Kulturausbildung für Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten ins Leben

Gemeinsam mit Nele Jahnke (Regisseurin, Dramaturgin und Teil des Leitungsteams der Münchner Kammerspiele) und Susanne Schneider (Tanzpädagogin, Choreografin und Mitbegründerin BewegGrund) entwickeln die Heitere Fahne und das Kollektiv Frei_Raum einen Lehrplan. Dieser deckt sowohl Grundlagen künstlerischer Arbeit in den Darstellenden Künsten wie auch ein Verständnis von Abläufen in Kulturinstitutionen ab.

In Zukunft lernen die Auszubildenen im Rahmen einer anerkannten, zweijährigen Ausbildung (PrA nach INSOS) Tätigkeitsfelder wie Schauspiel, Künstler*innen- und Bandbetreuung, Kommunikation und Booking kennen. Sie werden ausgebildet in der Kunst, welcher sich das Kollektiv Frei_Raum verschrieben hat: Der Kunst, Gesellschaft zu machen.

Beteiligte Personen

Nele Jahnke, Beratung, Münchner Kammerspiele, Zürich/München

Susanne Schneider, Beratung, BewegGrund, Bern

Marie Omlin, Projektleitung, Heitere Fahne / Kollektiv Frei_Raum, Bern

Rahel Bucher, Projektleitung, Heitere Fahne / Kollektiv Frei_Raum, Bern

Rafael Egloff, Projektleitung, Heitere Fahne / Kollektiv Frei_Raum, Bern

 

Webseite: Heitere Fahne / Frei_Raum Kultur

Photo: Copyright Heitere Fahne

Theater Chur

«Making Peace»

Hausfrieden und der Weg zu demokratischer Teilhabe am Theater Chur

Am Theater Chur sollen zeitgemässe Betriebsstrukturen entstehen. Theaterleitung und Team wollen gemeinsam Formen der Zusammenarbeit zur Positionierung nach innen und aussen finden, die den Aufgaben und Bedürfnissen eines Theaterbetriebs wie dem Theater Chur aktuell entsprechen und in die Zukunft weisen. Der Betrieb soll aus einer konfliktbeladenen Vergangenheit herauskommen und die Chance des Neuanfangs 2024 nutzen, um Ideen zu kreieren.

Hier kommen Überlegungen zu künstlerischer Friedensforschung ins Spiel, die das Theater Chur strukturell und inhaltlich die nächsten Jahre begleiten sollen. Um «Peace» als Kunsthaus nach aussen zu tragen, möchte der Betrieb sich aber zunächst mit dem eigenen menschlichen und betrieblichen Konfliktpotential auseinandersetzen. Die Vision ist, Frieden durch Aktion zu schaffen. Zuerst im Team und dann als Institution und hinaus in die Stadt, mit künstlerischen Projekten wie z.B. einer Volksküche.

Themen, die das Team in diesem Prozess zwingend beschäftigen: Interne Kommunikationswege, Schnittstellen, Standardabläufe, abweichende Abläufe, Umgang mit Konflikten, Gewaltfreie Kommunikation, Prozesse der Teilhabe, Modelle von Hierarchie, Mögliche Wege für Entscheidungsprozesse, Definition von Zusammenarbeit.

Dies wird durch internen und externen Austausch und durch Begleitung der beiden erfahrenen Trainerinnen Anisha Imhasly und Aurélie de Lalande möglich. Es werden Tools erarbeitet, welche im Alltag in schwierigen Situationen direkt eingesetzt werden können. Im Idealfall kann eine entsprechende Toolbox auch für andere mittelgrossen Gastspielhäuser hilfreich sein.

Beteiligte Personen

Maike Lex, Leitung Theater Chur und das ganze Team Theater Chur

Aurélie de Lalande, Coach, Bern

Anisha Imhasly, Coach, Bern

 

Webseite: Theater Chur
Insta: theaterchur

 

TU – Théâtre de l’Usine

Play by ear 

Das TU – Théâtre de l’Usine entwickelt einen hausgemachten Flüsterdienst und/oder kreative Audiodeskription. Zudem bietet es eine Schulung für die Künstler*innen der Saison an, damit sie Massnahmen zur Barrierefreiheit in ihre künstlerische Produktion einbauen können.

Das Genfer Theater arbeitet seit mehreren Jahren an der Verbesserung der Barrierefreiheit. Es gibt jedoch in der Region zu wenig verfügbare Personen, die für Menschen mit Sinnesbehinderungen Massnahmen zur Verbesserung der Zugänglichkeit von Inhalten durchführen. Für dieses Problem erarbeitet das Theater nun diese hauseigene Lösung.

Die Idee des Flüsterdiensts und der kreativen Audiodeskription ist während der Zusammenarbeit mit dem britischen Quiplash-Kollektiv entstanden. Quiplash, ein in Großbritannien ansässiges Duo von Queer- und Behinderten-Trainer*innen/Künstler*innen/Produzent*innen, sowie Céline Witschard, Gründerin des Genfer Vereins Vision Positive, begleiten das Projekt Play by Ear als Expert*innen.

Beteiligte Personen 

Julie Dubois, Projektbeauftragte für Barrierefreiheit

Lea Genoud und Hélène Mateev, Co-Verantwortliche für Programmgestaltung, Kommunikation, Presse und Kulturvermittlung.

 

Webseite: Théâtre de l’Usine

Insta: tu_theatredelusine

 

Experi_Betriebsbüro (E_BB)

Reflektionen 2024/25 

E_BB ist ein Produktionsbüro für BIPOC*Künstler*innen in Zürich. E_BB ist ein Ort des praktischen Austausches, an dem Wissen aus den Bereichen Produktion und Fundraising sowie dekoloniale Ansätze im Umgang mit weissen Institutionen und Förderstellen geteilt und reflektiert werden. Aktuell arbeiten ca. 15 BIPOC*Künstler*innen und Gruppen aus den Bereichen Performance, Musik, Literatur und Film in E_BB zusammen. 

Ab Sommer 2024 wird es einen gemeinsamen Reflexionsprozess geben, um zu besprechen, welche Handlungsfelder neben den klassischen Aufgabenbereichen von Produktionsarbeit (Fundraising, Planung, Administration, Kommunikation) notwendig Teil einer strukturellen Unterstützungsarbeit von BIPOC*Künstler*innen sein müssen. 

Kontakt

ebb@experitheater.ch